domingo, 25 de marzo de 2007

Abschied feiern (+Bcn)


So endete mein Erasmusaufenthalt... mit viel zu trinken am 13.3. im Alambique, einer Bar in der Calle Betis. Wo ich eigentlich sonst fast nie weg war, aber


dort in Triana, dem Stadtteil auf der anderen "Rheinseite" gibt es viele nette Bars, die ich noch nicht kannte, aber Antonio und David schon, die alten Trianeros. Viele davon sind gemütlicher und schöner als diese, aber Manolos war die letzte, die noch die Küche aufhatte am Ende.


Das besonders Gute am Alambique war, das Nono (rechts, "Gib mir eine Bar und mich sorge dafür, dass alle ne geile Party haben.") den Barmann und (ich glaube) Besitzer kannte (links) und deshalb recht schnell auch hinter der Bar stand und stets für Getränke-Nachschub sorgte, denn er ist ein fürsorglicher Mensch, vor allem der Familia gegenüber. So bezahlten wir irgendwann auch nicht mehr. Am Ende war dann die Bar zu, wir drin und wer wem das nächste Bier zapfte oder die Musik aussuchte war egal. So kam es anscheinend, dass nach meinem Weggang am nächsten Mittag in den WGs des Hauses "Zapf dir doch einfach ein neues" zum geflügelten Wort avancierte.


Die lustige Sevilla-Stadtfahne mit vielen draufgeschriebenen Grüßen, die ich zum Abschied bekam, eignet sich übrigens auch hervorragend als Superman-Umhang.

Das war es also in Sevilla, ein furioser Abend, der mir so wenig Schlaf ließ, dass der Abflug am Tag danach eher körperlich als emotional anstrengend war. Ein Gesamtresumee gibts hier nicht, denn es würde viel von dem zu oft gehörten Erasmus-Erfahrungs-Blabla enthalten. Aber es ist vermutlich ohnehin deutlich geworden, dass die Zeit eine große war.

Damit schließe ich auch diesen Blog. Denn der Rückreise-Zwischenstopp in Barcelona ist zwar mehr als erwähnenswert, denn es war wunderbar Héctor nochmal zu sehen und vor allem auch nach langer Zeit wieder mal Francesca (erinnert sich jemand? Meine römische berliner Mitbewohnerin von vor 2 Jahren), aber anstelle eines Extra-Eintrags sage ich hier: "Danke ihr beiden, es war wunderbar und genau der Zwischenschritt, den ich zwischen Sevilla und Zürich (und Berlin und Hagen) brauchte. Francesca, das nächste Mal bist du nicht krank und es wird noch besser!"

(Fralala und Héctor, die besten Barcelonabewohner der Welt)


(Spielkind 1)


(Spielkind 2)

Bald überlege ich mir auch, wie ich von Zürich aus kommunizieren will.
http://oberdosisinzuerich.blogspot.com/ ist erstmal eingerichtet. Wird sich zeigen, ob es ein gutes Mittel sein wird.

Also. Wiedersehn. Hier ist Endegelände, wir hören voneinander, bis bald.

domingo, 18 de marzo de 2007

Abschied vom Meer (und von Fernando)


Eine letzte Reise mit Fernando machte ich am vorletzten Wochenende meiner Zeit, also vom 2.-4. März:


Zuerst runter nach Tarifa, gucken, was es mit diesem Surferstädtchen auf sich hat (ja, es ist eins, mit vielen Surferläden und VW-Bussen und Wind). Und um einmal rüber nach Afrika zu gucken, denn die Meerenge ist ja tatsächlich nur ein paar Kilometer breit dort und man kann abends die Lichter von Tanger (Marokko) sehen und tagsüber die Berge auf der anderen Seite. Und dauernd fahren Fähren hin und her, die in 35 min. drüben sind. Und da drüben, in Sichtweite, gibt es Menschen, die sich beide Beine ausreißen würden, um einmal eine dieser Fähren zu besteigen (oder auch nur ein kleines wackliges Boot). Schon ne verrückte Vorstellung, wenn man hier im dicken, satten Europa am Strand liegt und rüberguckt zum "schwarzen Kontinent"...

(pirata del estrecho)

Dann sind wir die Küste hochgefahren Richtung Cádiz, haben in Bolonia gehalten, wo wir aber von der Polizei wieder weggeschickt wurden, denn übernachten dort ist nicht wegen Naturschutzgebiet. Schade, denn so haben wir dieses Eckchen nur im Dunkeln gesehen. Stattdessen haben wir auf einem Parkplatz mit vielen deutschen und anderen Campern in der Nähe von Punta Paloma genächtigt und den netten Strand dort beguckt, sind dann aber wegen wolkigem Wetter lieber weiter gefahren nach Los Caños de Meca. Ja. Dorthin, wo das Erasmus-Rumreise-Abenteuer begann (siehe hier) und nun endete.

(Damianito und Saschito in Strandurlaubspose und -dress)

Dann schließlich haben wir Line in Cádiz rausgelassen, wo sie vor ihrer Rückkehr nach Deutschland noch ein bisschen gucken und dann den Bus nach Málaga nehmen wollte.


(meine geliebte Montse und ich im Lichte des ganz oben zu sehenden Sonnenuntergangs an der Strandpromenandenstraße in Cádiz)


(Tschö Line, bis bald in Zürich)

Danach ab nach Sevilla und das wars dann mit der schönen Rumreiserei mit Fernando, der inzwischen sein neues Zuhause in Sevilla gefunden hat und wohl seinen Lebensabend in Andalusien verbringen wird, der Glückliche. Und ich Trauriger. Tja.

Es folgt in diesem Blog bald noch ein Post zur Abschiedsfeierei und dann ist hier Ende Gelände, denn mein schönes Erasmussemester ist ja nun endgültig vorbei. Das ist traurig, aber ich bin auch gespannt auf Zürich. Und viele von Euch sehe ich sehr sehr bald noch in Berlin oder im Pott. Seid gegrüßt!

miércoles, 7 de marzo de 2007

6-Tage-Reise

Ach wat herrlich. 20. oder 21. (weiß nicht so genau) bis 26. Februar. Vorm Día de Andalucía und dem Verkaufsstress (ja, leider muss Fernando hier bleiben, denn das Geld ist alle, muss neues her für Schweiz) ham wa nochma ne richtig schöne Reise gemacht. Mit der altbekannten Julia (hier: Omma Lulli) und Line, die gerade zufällig aus Deutschland angereist gekommen war.

Erstmal Ronda. Da gabs ein nettes Stadtmuseum in einem hübschen kleinen Anwesen, in der üblichen andalusischen Art, mit ein paar maurischen Anklängen, zum Beispiel diesem schönen Garten:


Wenn man dann mal von der alten Brücke guckt, die unglaublich hoch ist und über eine tiefe Schlucht mit einem kleinen Flüsschen führt, dann denkt man "Heiliger Bimbam" oder sowas. Das übrigens auf allen Aussichtsbalkonen die es da so gibt, denn die Stadt ist auf einen hohen Felsen draufgebaut. Eindrucksvoll. Daher heißen jene Balkone in der Welt meines Mitbewohners Antonio auch "balcones de coño", weil man da drauf zugeht, sich nichts bei denkt und dann kommt man zur Kante und ruft aus "¡Coño!". Den alten Spanzacken unter Euch bekannt als der IMMER verwendete Ausruf für alles. Bedeutet aber eigentlich natürlich Fotze. Aber ich schweife ab, hier der Blick von der Brücke:


Am nächsten Tag auf dem Weg nach Granada haben wir uns das Geburtsdorf von García Lorca angeguckt, ein langweiliges, schangeliges, spanisches Dorf. Aber nett.
Dann, noch kürzer vor Granada fragten wir uns auf eine Empfehlung hin nach Santa Fé durch, wo es heiße Quellen geben sollte:


Ich dachte ja an sowas wie ein touristisches Thermalbad, aber nach kilometerlanger ruppiger Fahrt durch Olivenhaine kamen wir ein einen Ort, an dem nackte Hippies, die in Wohnwagen leben, in einem Erdloch badeten, neben dem heißes, nach Schwefel duftendes Wasser aus einem Rohr fließt:

War aber natürlich irgendwie lustig. Später, nachdem wir in Granada gespeist hatten, kehrten wir dorthin zum pennen zurück (und hatten in Granada auch Nele eingepackt, die die Schwester ist von Nora und die wiederum macht in Sevilla... egal) und badeten dort am nächsten morgen auch. Wegen des muslimischen Freundes von Omma Lulli aber nicht nackt. Dafür empfahl uns der nackte Franzose im Becken den geheimen Hippie-Tip für den Cabo de Gata, aber dazu dann.

Als wir Nele zurück nach Granada brachten und meine Tasche sich in einer Bar vom Vorabend wiederfand, genossen wir noch kurz ein paar Sonnenstrahlen (denn in bis dato war es eher kühl gewesen),

und hauten dann rein Richtung Almería (nächtlicher Zwischenstopp im Fischerdorf Adra), wohinter dann wiederum der Landzipfel Cabo de Gata liegt. Der ist toll, denn es ist Naturschutzgebiet und Gebirge, aber direkt am Meer. Der wenigste Niederschlag in ganz Europa und irgenwie Spezialklima, angeblich immer schön. Als wir da ankamen jedenfalls schon und da suchten wir uns ne Bucht,

und zack, rein ins Mittelmeerchen:


Nach Nachtruhe am Rande des verschlafenen Nestes "Las Negras" wanderten wir (das der Tipp des nackten Franzosen) zu einer weiteren einsamen Bucht, in der viele Hippies leben. Und da sind sie genau so wie man sich sie vorstellt. Haben kleine Hütten oder Verschläge, sind viel nackt, dafür aber auch superbraun, müssen ihren Müll nach Las Negras bringen und ihren Stuhl begraben, haben dafür aber eine Süßwasserquelle, woraus man trinken und waschen kann, tragen die zum Teil inzwischen angegrauten Haare lang und chillen. Wir dann auch (chillen) und zwar mit Frühstück:


Dann war irgendwann genug Hippie (Omma Lulli benahm sich schon komisch) und wir wollten lieber Western. Denn da unten in der Provinz Almería wurden ja die ganzen Italo-Western gedreht, ne? Sergio Leone, Clint Eastwood, Bud Spencer... alle da gewesen. Und ein paar Kulissen haben sie dagelassen, damit ein paar Leute ein bisschen Geschäft mit Touris machen können. War aber auch wirklich lustig, in dem kleinsten von diesen Anguck-Orten, "Western Leone":


Völlig inspiriert haben dann Line und ich uns im Saloon geprügelt, was die anwesenden Animateure auf den Plan rief. Erst guckte einer, ob ich denn noch lebe,

dann meinten die "Ey, passt ma auf, getzt machen wir hier mal Show!", vermutlich damit wir ihnen die selbige nicht vollends stehlen.
Dann kam ein Improvisationsspektakel, das so amateurig war, dass es großen Spaß gemacht hat, mit denen mitzulachen, denn das haben die die ganze Zeit gemacht. Lachen. Über sich selber. Schön wars:


Leider wurden wir danach in den Knast gesteckt.



Schade. Schöne Grüße also aus Western Leone, wir kommen dann irgendwann wieder.
Omma Lulli übrigens konnte fliehen.


Und hier noch ne Karte zum Überblick:


Jaaahaha, was war denn wohl mit Guadix? Das haben wir aus dem Gefängnis raus in unserer Fantasie besucht. Wir haben es uns einfach als nettes Städchen mit schickem Kathedrälchen vorgestellt. Und - damits ein bisschen verrückt ist (in der Fantasie ist alles möglich!) - mit einem ganzen Viertel, in dem alle Menschen in Höhlen wohnen, wo sie Fassaden drangeklebt haben und Schornsteine aus bewiesten Hügeln gucken. Toll, was?